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Einzeltipps haben bei mir nie gereicht — warum ich inzwischen auf feste Programme setze

Ich lese hier viel mit und merke, dass ich mir über die Jahre unglaublich viele Einzeltipps zusammengesammelt habe. Mehr Eiweiß, weniger spät essen, zweimal die Woche Krafttraining, ausreichend trinken, Schritte zählen. Jeder Tipp für sich ist richtig. Nur hat mich diese Sammlung nie irgendwohin gebracht.

Der Grund ist mir erst spät aufgegangen: Einzeltipps beantworten nicht die Frage, was ich morgen früh konkret tue. Sie sind Prinzipien, keine Anleitung. Und in dem Moment, in dem der Tag stressig wird, entscheidet man wieder aus dem Bauch heraus, weil nichts festgelegt ist.

Was bei mir den Unterschied gemacht hat, war ein Plan mit Datum. Nicht besser im Inhalt, sondern eindeutiger in der Anweisung. Montag diese Einheit, Dienstag diese Mahlzeiten, fertig. Die Entscheidung fällt einmal vorher und nicht jeden Tag neu, wenn man müde ist.

Anlass für diesen Beitrag ist, dass heute, am 30. Juli, die zweite Fassung von Size Zero gestartet ist. Ich habe sie noch nicht durchlaufen, das kann am ersten Tag niemand, also gibt es von mir keinen Erfahrungsbericht. Was ich mir angeschaut habe, ist der Aufbau, und der passt gut zu dem, was ich oben beschrieben habe.

Es handelt sich um ein Programm über 70 Tage von Julian Zietlow, in dem Training und Ernährung zusammen geplant sind. Die Pläne wechseln wöchentlich, es gibt sie in mehreren Ausrichtungen: Low Carb, High Carb, vegan, vegetarisch, dazu Varianten für Muskelaufbau und fürs Definieren. Neu sind laut Anbieter Pläne für Schwangere, Stillende und ein zyklusorientierter Ansatz.

Dazu ganz klar von mir: In der Schwangerschaft oder Stillzeit gehört so etwas vorher mit der Ärztin besprochen, das gilt auch bei Vorerkrankungen oder wenn man länger nichts gemacht hat. Ein Onlineplan kann das nicht beurteilen und soll es auch nicht.

Die Einheiten sind mit 30 bis 45 Minuten angegeben und für zu Hause gedacht, mit Kurzhanteln und Matte. Das Ganze läuft über eine Web-App, in der man auch seine Fortschritte einträgt. Es gibt verschiedene Level, sodass man nicht in Woche eins schon aussteigt, weil alles zu schwer ist.

Was ich zum Ergebnisversprechen sage, ist unabhängig vom Anbieter: Wie viel sich in zehn Wochen tut, hängt von zu vielen persönlichen Faktoren ab, als dass man das vorher beziffern könnte. Startgewicht, Schlaf, Stress, Vorerfahrung, Konsequenz — jede dieser Größen verschiebt das Ergebnis erheblich. Beispiele, die irgendwo gezeigt werden, sind Einzelfälle und keine Vorhersage für einen selbst.

Was ich dagegen für realistisch halte: Wer zehn Wochen einen festen Plan durchzieht, weiß danach deutlich besser, wie sein Körper auf Training und Essen reagiert. Dieses Wissen bleibt, auch wenn das Programm vorbei ist, und ist meiner Meinung nach der eigentliche Ertrag.

Zur Offenlegung: Ich verlinke als Partner und verdiene mit, wenn jemand darüber einsteigt. Wen die Details interessieren, der findet die vollständige Programmbeschreibung auf der offiziellen Seite. Wer den Link nicht nutzen möchte, sucht den Namen einfach direkt.

Was ich aus meinen eigenen gescheiterten Anläufen mitgenommen habe und was für jedes Programm gilt: Plant die Einkäufe mit. Bei mir sind zwei Versuche daran gescheitert, dass am Mittwochabend nichts Passendes im Kühlschrank war. Der Plan war gut, meine Vorbereitung nicht.

Zweiter Punkt: Sucht euch jemanden, der parallel mitmacht. Ich habe den Unterschied zwischen allein und zu zweit deutlich gemerkt, gerade in der dritten und vierten Woche, wenn die Anfangsmotivation weg ist und noch nichts Sichtbares passiert ist.

Dritter Punkt, den ich unterschätzt hatte: Nach dem Programm braucht es einen Anschlussplan. Sonst fällt man in genau die Muster zurück, die man zehn Wochen lang unterbrochen hat. Ich überlege mir das inzwischen vorher, nicht am letzten Tag.

Wie handhabt ihr das? Kommt ihr mit festen Plänen besser zurecht oder fahrt ihr lieber ohne festes Ende? Und was macht ihr, wenn ein Plan mitten in der Woche kippt, weil etwas dazwischenkommt?